Schätze der Algarve
Die Algarve ist die südlichste Region Portugals und hängt als letzter Zipfel an der iberischen Halbinsel. An sich ist sie schon ein Schatz der Natur. Eine Vielfalt an herrlichen Sandstränden und kleinen Buchten hat sie zu bieten. Felsformationen und Felslabyrinthe im Westen beeindrucken.
Der Streifen zwischen Küste und den gebirgigen Hinterland, der „Serra“, wird als Barrocal bezeichnet. Höher gelegen als die Küste finden wir hier breite Täler, dominiert von der typischen portugiesischen Landwirtschaft.
Prägend sind vor allem die ursprünglichen Baumkulturen der Oliven-, Feigen-, Mandel- und Johannisbrotbäume, ebenso wie die heimische Korkeiche. Allesamt bestens geeignet für das trockene und heisse Klima im Hinterland.
Trotz kargen, lehmigen Bodens entspringen diesen Bäumen viele Reichtümer wie das Olivenöl und die Johannisbrotkerne z. B.
Das Barrocal der Algarve ist „steinreich“ könnte man sagen. Daraufhin weisen die vielen alten Steinmauern hin, die Stein für Stein aufgeschichtet wurden ohne Mörtel und Zement. Auch die alten Bauernhäuser wurden mit den Kalksteinen der Algarve-Region und der lehmigen Erde gebaut.
Im Barrocal dominiert der Kalkstein und Schiefer, während man in den Gebirgen der Algarve wie dem Monchique Gebirge neben Schiefer auch Granit antrifft.
Keine typische Gegend der Steinbildhauer, die sich meist in Gebirge mit Granitgestein ansiedeln. Auf der iberischen Halbinsel ist das vor allem die Region Galizien.
Doch war die Cantaria, wie die Arbeit der Steinmetze und Steinbildhauer in Portugal genannt wird, für die Region der Algarve ein, wenn auch kleiner Erwerbszweig und eine Volkskunst.
Die Werke dieses Handwerks finden wir tagtäglich an Häusern, Kirchen und Brunnen. Wir finden sie auf den Gehsteigen der Algarve-Städte und als Fenster- und Türschmuck an fast jedem Haus.
Im Januar 2008 wurden Werke des bis dahin noch unbekannten Steinbildhauers Tólico Barranceira der Stadt Loulé übergeben. Seine Werke, aus dem Kalkstein seiner Heimat gehauen, spiegeln in vielfältiger Weise die Mentalität wie auch stille Schönheit dieser Region.
Die Sammlung wurde zum Anlass genommen, auf das verschwindende Handwerk der Steinbildhauerei hinzuweisen, auf einen Kulturschatz, der Gefahr läuft, der Industrialisierung gänzlich zum Opfer zu fallen.
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