Kornhaus Burgdorf
Was ist ein Kornhaus? Was war das Kornhaus Burgdorf?
Die Kornhäuser waren ab dem Mittelalter Lagergebäude für Getreide. Die Kornhäuser waren grosse Gebäude, welche speziell für die Lagerung von Getreide gebaut wurden.
In Östereich nannte man sie Schüttkästen. Je nach dem Volumen, das eingelagert werden sollte, war auch die Grösse.
Die gröseren Lagergebäude befanden sich in der Regel in Kloster oder in Burganlagen. Aber auch in Häfen und Städten wurden Kornhäuser gebaut.
Es gab auch Quartiere, welche nach dem Kornhaus benannnt wurden, wie zum Beispiel das Kornhausquartier.
Der Zweck dieser Getreidespeicher war es, das Getreide trocken und vor Schädlingen geschützt zu lagern.
Es wurde darauf geachtet, dass die Kornlager nicht feucht und nicht zu warm waren. Denn Wärme und Feuchtigkeit begünstigen die Vermehrung von Bakterien und Schädlingen.
Um einem Krankheitsfall vorzubeugen und zu kontrollieren, wurde das Getreide regelmässig umgelagert.
Weil es heute bessere Lager Techniken gibt, wurde die Getreidespeicher umgebaut und umgenutzt.
Vielfach entstanden daraus Restaurants und kulturelle Begegnungstätten.
Das ehemaligeKornhaus in Burgdorf beherbergte ein Museum für Schweizer Volkskultur.
Im Jahre 1770 wurde das Gebäude als Getreidespeicher gebaut und war lange Zeit ungenutzt. Ab dem Jahre 1991 wurde daraus ein Museum für Volkskultur.
Im Museum wurden vor allem Musikinstrumente, Hörbeispiele und Diashows über die Geschichte und Gegenwart der Volksmusik und des Jodelgesangs präsentiert.
Aber auch das Trachtenwesen kam zum Zuge. Das Kornhaus Burgdorf hatte aber auch ein lebendiges Programm und es gab neben der Dauerausstellung auch viele Sonderausstellungen zu in- und ausländischer Folklore.
Es war auch eine Galerie für Kunsthandwerk und ein reiches Konzertprogramm integriert.
Das war aber noch nicht alles, denn das Kornhaus beherbergte zudem eine der europaweit grössten Sammlungen von Phonographen und Grammophonen.
Ende Oktober 2005 kam dann das Ende der Stiftung Kornhaus Burgdorf und es kam zur Liquidation.
Der Grund dafür war eine langjährige Unterfinanzierung der Stiftung und weil es nicht gelang, neben der Stadt Burgdorf und dem Kanton Bern auch noch den Schweizerischen Bundesstaat in die Trägerschaft einzubeziehen.
Was könnte man aus dem Kornhaus machen?
Vor kurzem kam die Idee auf, dass man aus dem Kornhaus eine Jugendherberge machen könnte. Was im Hinblick auf das Eidgenössische Schwingfest 2013 durchaus Sinn macht.
Denn das Kornhaus verfügt über eine Infrastruktur, welche man für eine Herberge gut nutzen könne.
Ein Problem für die Umnutzung ist das Treppenhaus, welches das Gebäude quasi in zwei Teile zergliedert. Auch die vielen Pfeiler im Erdgeschoss sindtwas hinderlich.
Aber die Denkmalpflege habe aber Signalisiert, dass sie beriet sei, die Entfernung des einen und anderen Pfeilers zuzulassen, wenn sich für das Gebäude eine dauerhafte Neubestimmung finden liesse.
Ein Problem ist natürlich die Finanzierung eines solchen Projektes, welche sich vor dem Hintergrund der momentan angespannten städtischen Finanzlage nicht so ohne weiteres organisieren lässt.
Die Idee einer Jugendherberge wurde 2002 schon einmal diskutiert. Die dafür ins Auge gefasste Katharinenkapelle alias Altes Schlachthaus im Kornhausquartier wurde dann aber wieder fallen gelassen.
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