Was ist dran am Bienensterben?
Zuerst einmal klingt es weniger dramatisch, als es ist. Bereits im Mai 2007 wurde von mysteriösem Bienensterben in den Vereinten Staaten berichtet. Mittlerweile ist jedes vierte Bienenvolk in Amerika verschwunden. Auch in Europa beträgt der Rückgang der fleissigen Honigbiene bereits 25 Prozent.Dramatisch wird es, wenn wir uns einmal Gedanken darüber machen, was es bedeutet, wenn die Honigbienen ganz von der Bildfläche verschwinden würden.
Es geht nicht darum, dass ein paar Schleckermäuler dann auf ihren geliebten Honig verzichten müssen. Der Rückgang der Honigbiene hat gravierende Folgen für menschliche und tierische Ernährung. Neben der Honigproduktion bestäuben die fleissigen Arbeiterinnen mehr als 90 Obstsorten und Gemüsearten.
Die Rechnung ist einfach: Keine Biene – keine Äpfel, keine Nüsse, kein Brokkoli und kein Kürbis … und diese Liste ist sehr, sehr lang.
Ca. ein Drittel der Ernährung basiert auf von Insekten bestäubten Pflanzen. Von diesen Insekten machen die Honigbienen 80 Prozent aus. Das Bienensterben hat auch indirekte Konsequenzen auf die Ernährung, da z. B. Rinder sich von Pflanzen ernähren, die ebenfalls von Bienen bestäubt werden.
Was bleibt, wenn die Bienen aussterben?
Für die Menschheit wäre es eine Katastrophe in der Nahrungsmittelversorgung. Denn was übrig bleibt, können wir uns an unseren fünf Fingern abzählen.
Ursachen des Bienensterbens?
Auch wenn es früher bereits Massensterben von Bienen gegeben haben soll, so sind die Zahlen bedrohlicher und das Rätsel des Bienensterbens grösser, da die Bienenvölker einfach von der Bildfläche verschwinden. Verschiedene Ursachen werden derzeit untersucht. Krankheitserreger oder Parasitenbefall wären Möglichkeiten.
Manche Experten vermuten die Varroamilbe als Ursache. Allerdings gab es in einigen betroffenen Bienenstöcken keinen Hinweis auf diese Milbe.
Da es sich bei der Honigbiene jedoch um ein relativ sensibles Tier handelt, das im Vergleich zu Fruchtfliegen oder Mücken nur die Hälfte der Anzahl an Genen für die Bekämpfung von Toxinen hat, könnte auch die steigende Umweltverschmutzung mit all ihren Folgen incl. Klimawandel für das Sterben verantwortlich sein.
Auch genmanipulierter Anbau und Insektizide können stärker beeinflussen und Schaden als vorhersehbar war.
Immerhin wurde beobachtet, dass die amerikanischen Zuchtbestände sich bereits seit 1947 halbiert haben. Wenn auch Politiker und Wissenschaftler noch nicht in Panik verfallen wollen, sollte man die Wichtigkeit der kleinen Biene nicht unterschätzen.
Schliesslich hängt der Grossteil unserer Nahrungsmittel von ihr ab.