Ein Besuch bei einer Papierschöpferin
Papierschöpfen hat alte Tradition. Es gibt noch professionelle Papierschöpfer aber auch viele Menschen, die es aus Passion machen.
An der Technik hat sich wenig geändert. Heute benutzt man höchstens einen Mixstab um die Pulpe, den Papierbrei, feiner und einfacher zu verkleinern.
Auch am Material hat sich nicht all zu viel geändert. Nachwachsende Naturfasern werden vielfach genutzt und Altpapier ist heutzutage für Papierschöpfer ein willkommenes Material.
Zeit, eine Papierschöpferin zu besuchen.
In einem kleinen Ort, in der Nähe des hübschen Algarve-Städtchens Alte wohnt eine Papierschöpferin, die sich hier ihrer Leidenschaft widmet. Begonnen hat sie vor zehn Jahren handgeschöpftes Papier herzustellen.
In einem Winkel ihres Gartens arbeitet sie bevorzugt. Dort hat sie die Bütte (das Wasserbecken), genug Arbeitsfläche und den Siebrahmen, das wichtigste Instrument für die Herstellung.
Wir haben bereits Kräuter getrocknet, die wir ins Papier einfügen wollen.
Die Pulpe wurde bereits am Vorabend vorbereitet, d. h. Altpapier zerkleinert und mit heissem Wasser übergossen. So bleibt die Masse über Nacht, dass sich die Fasern gut zersetzen können.
Dann geht es los. Mit dem Siebrahmen schöpft (hier kommt das Aha-Gefühl, warum Papierschöpfen …) man den flüssigen Papierbrei aus dem Becken und mit gezielten Bewegungen auf und ab lässt man das Wasser abfliesen, bis die Pulpe auf dem Sieb liegt und eine Ähnlichkeit mit dem aufweisst, was wir als handgeschöpftes Papier kennen.
Wir legen unsere Kräuter auf das Papier und drücken sie etwas fest. Jetzt muss dass Papier vom Sieb auf trockene Lappen und Filze gelegt werden. Ein geübter Griff von ihr zeigt uns, wie bereitwillig das Papier sich löst.
Eine einfache Technik, die doch auch ihre Übung braucht. Tücher und Filzlappen saugen das restliche Wasser unserer Schätze. Zum Schluss beschweren wir den Lappenhügel.
Nun heisst es Geduld, denn das Papier muss trocknen. Zeit für einen Tee oder einen Kaffee. Auch ein Spaziergang ist möglich. Die Herstellung von handgeschöpften Papier hat einen sehr angenehmen Effekt.
Man wird ruhiger, arbeitet in ruhiger Weise vor sich hin. Je nach Wetterlage dauert das Trocknen. Doch nach kurzer Zeit kann man schon Tücher und Filz abnehmen und sich an dem selbst geschöpften Papier erfreuen.
Nun sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, zu was man sein Papier verwenden möchte. Mit Kräutern hergestelltes handgeschöpftes Papier ist äusserst dekorativ und verschönert in einem Bilderrahmen jeden Wohnraum.
Hanfpapier
Die fünfte Jahreszeit
Was der Menschen mit Kunst verbindet