Haus & Garten

Die Waffen einer Putzfrau

Schwer bewaffnet mit Power-Gel, Aktiv-Schutz und der Mega-Putzkraft zieht so manche Hausfrau in den Kampf gegen Staub und Schmutz, Bakterien und Co. Hört sich das nicht eher wie ein Thriller an?

Wenn Sie das Etikett ihrer Putzmittel einmal genauer lesen, dann bekommen Sie vermutlich eine Ahnung. Entziffern, welche chemischen Substanzen sich hinter einem harmlosen Badreiniger verstecken, können die wenigsten. Doch die lockende Überschrift lässt viel Chemie vermuten.

Kennen Sie diesen Putz-Krimi in den eigenen vier Wänden?

Und dabei sind viele Haushaltsreiniger viel zu scharf, als ob mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Um ein Haus sauber und rein zu halten, benötigen wir keine antibakteriellen Reinigungsmittel.

Normaler Hausschmutz und Staub lässt sich mit milden Haushaltsreinigern verwenden. Bevor man zu stärkeren Mitteln greift, sollte man vielleicht zuerst einmal den Haushaltsschwamm und die Putztücher auswechseln und etwas kräftiger schrubben.

Haben Sie Angst vor Bakterien?

In einem normalen Haushalt, auch mit tobenden Kindern, die von der Strasse allerhand Schmutz mitbringen, genügen Reiniger auf Seifenbasis, Essigreiniger und andere umweltfreundliche Reinigungsmittel vollkommen.

Die Angst vor Bakterien lässt viele Menschen fast schon in einen Putzwahn verfallen. Alles muss antibakteriell gesäubert werden, hygienisch unbedenklich.

Normale Bakterien, die sich in jedem Haus aufhalten, werden als Killer-Erreger mit ausgeklügelten Putzsystemen der Kampf angesagt.

Was sagt Ihre Haut dazu?

Ähnliche Reinigungsprozeduren veranstalten wir mit unserer Haut. Schliesslich soll sie ja porentief rein sein. Dass wir dabei den natürlichen Schutz der Haut, das empfindliche Gleichgewicht der Haut- und Schleimhautflora stören, wenn nicht verletzen, wird zuerst gar nicht bemerkt.

Tauchen Allergien und Ekzeme auf, schreibt man es nur zuletzt den Putzmitteln zu.

Meinen Sie etwa, Sie unterstützen mit übertriebener Reinigung Ihr Immunsystem?

Unser Immunsystem ist ständig am Lernen. Es braucht Erreger um aktiv zu bleiben. Es muss mit Bakterien konfrontiert werden, um eine optimale Abwehr aufzubauen.

Wird das Immunsystem zu steril gehalten, erlahmt es oder reagiert übertrieben auf „vermutete“ Feinde. Schlimmstenfalls bildet sich eine handfeste Allergie. Und wie wollen Sie die, Ihrem Immunsystem wieder abgewöhnen?

Kennen Sie die notwendigsten Hygienemassnahmen?

Neben milden Haushaltsreiniger, gewöhnlich genügt schon ein Essigreiniger, ist das regelmässiges Hände waschen wirklich wichtig.

Ungespültes Geschirr sollte nicht zu lange herumstehen und achten Sie auf einen sauberen Kühlschrank und regelmässige Reinigung. Ihre Putzlappen und Schwämme sollten regelmässig ausgetauscht oder gereinigt werden.

Und wie sieht es bei der Körperpflege aus?

Auch hier können Sie sich normalerweise das Einschäumen ersparen. Vor allem wer jeden Tag duscht, belastet mit zuviel Seife seine Haut. Lauwarmes Wasser ist völlig ausreichend und ein Minimum an Seife.

Ähnlich ist es mit teuren Nährcremes. Unterstützen Sie besser Ihre Haut und ihr Immunsystem durch eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.

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