Hospizbewegung in Deutschland

Hinkt Deutschland bei Hilfs- und Pflegeangeboten für Sterbende hinterher? Möchten die meisten Menschen in Ruhe zu Hause sterben?
Deutschland kommt in einer internationalen Studie um Hilfs- und Pflegeangebote für Sterbende mit dem achten Platz eher schlecht weg.
Länder wie Grossbritannien, Belgien, die Niederlande und Österreich liegen vorn.
Warum geht der Wunsch Zuhause zu sterben, oft nicht in Erfüllung?
In der Vergangenheit wurde die Betreuung sterbender Menschen oft in Krankenhäuser verlagert.
Dabei ging man davon aus, dass Medizin doch heilen muss, die Akzeptanz fehlte und fehlt, dass aber selbst die modernste Medizin Schwerstkranke nicht mehr heilen kann.
So ist eine Chemotherapie für einen Krebskranken im Endstadium beispielsweise nicht mehr sinnvoll, sondern belastet oft eher.
In der Gesellschaft und in der Medizin wird ein Bewusstseinswandel gebraucht, ein neues Verständnis im Umgang mit Sterbenden.
Durch die Palliativmedizin und Hospizbewegung wurde zwar schon viel bewegt, doch es muss noch weitergehen.
Soll der Wunsch der Patienten respektiert werden?
Im Mittelpunkt sollten die Wünsche der Patienten stehen. Angehörige müssen mit einbezogen werden, im besten Fall Ärzte, Pflegedienste, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger und Apotheker, die koordiniert zusammenarbeiten.
Der Patient sollte zwischen ambulant zu Hause oder stationär in Hospizen und Palliativstationen wählen können.
Wie sieht die Gesetzeslage in Deutschland aus?
Seit 2007 gibt es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf die sogenannte spezialisierte ambulante Palliativversorgung, die das Sterben zu Hause ermöglicht.
Auch die Finanzierung hat sich verbessert und die Palliativmedizin ist heute Lehr- und Prüfungsfach.
Im vergangenen Jahr wurde das Gesetz über Patientenverfügungen verabschiedet.
Die Gesetze beginnen teilweise jedoch erst jetzt zu greifen.
So steht derzeit erst ca. ein Drittel der Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und Palliativteams.
Es besteht noch keine flächendeckende Versorgung.
Auch Pflegeeinrichtungen sind oft noch nicht auf die neuen Ansätze eingestellt.
Dafür müssten sie sich mehr für die Thematik öffnen.