Familie & Gesellschaft

Unsichtbare Weihnachtsgeschenke

Weihnachten hat sich zu einem kommerziellen Jahreshöhepunkt entwickelt. Vielleicht sollte man Kinder lieber nicht fragen, was an Weihnachten am Wichtigsten ist. Denn dann kann man damit rechnen, was man eh schon weiss: Geschenke.

Der Brauch des Schenkens stammt aus dem 16. Jahrhundert. Damals schickte das Christkind einen Beutel mit fünf Dingen ins Haus: einem Geldstück, Süssigkeiten, etwas zum Spielen, ein Kleidungsstück und Material für die Schule.

Der Gabentisch wurde später eingeführt, als die Bescherung den Weihnachtsbeutel gesprengt hatte. Und heute sprengen die Geschenke jeden Gabentisch.

Nur ist die Frage, ob wir auch diesmal erweitern sollten und den Gabentisch vergrössern müssen. Zum anderen ist es heutzutage ja eine Erweiterung in finanzieller Sicht, so dass das Weihnachtsfest die Haushaltskassen oft überfordert.

Eine berechtigte Frage von Weihnachtskritikern ist, ob der Weihnachtsrummel denn tatsächlich noch etwas mit dem Ursprung des christlichen Weihnachtsfestes zu tun hat.

Aus dem Fest der Liebe ist mancherorts ein Weihnachtsspektakel geworden und die Tradition des Schenkens wurde zur zentralen Idee. Vielleicht braucht das etwas entartete Weihnachtsfest einen entsprechenden Rückschnitt.

Den der Grundgedanke des Festes ist für Nichtchristen und Christen etwas sehr Schönes zu feiern, egal wie man es feiert und aus welcher Tradition heraus. Vielleicht könnten auch die Geschenke wieder ihren richtigen Platz bei diesem Fest finden. Statt nur in Materielles zu investieren, könnte man z. B. Zeit verschenken. Wer im Alltag, wenig Zeit für Familie und Partner hat, kann z. B. einen gemeinsamen Kinobesuch schenken.

Eine gemeinsame Aktivität, die allen Spass macht. Oder wie wäre eine ayuvedische Massage für die Oma, ein Museumsbesuch oder eine Ausstellung für die Kunstliebhaber der Familie.

Es braucht ja nicht viel zu kosten, denn nach oben, das ist bekannt, sind keine Grenzen gesetzt. Und die Freude auf die Erfüllung des Geschenkes verlängert mit Sicherheit das Weihnachtsfest.

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