Essen & Trinken

Weinreform 2008 in der Kritik

Was eigentlich den europäischen Wein Regionen helfen sollte, im Kampf gegen die immer stärker werdende weltweite Konkurrenz war von Anfang an sehr umstritten und droht nun ganz zu scheitern.

Die Reform des Weinmarktes ist für nächstes Jahr geplant. Kernstücke der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Reform werden von fast allen Mitgliedsstaaten abgelehnt.

Zwei Kernpunkte bestimmen die europäische Wein Reform und Beide fanden wenig Anklang. Dabei handelt es sich einmal um eine europaweite Rodung von 200.000 Hektar Weinanbaufläche, was vor allem südeuropäische Länder betrifft.

Damit soll die Weinüberproduktion eingedämmt werden. Auch sollen keine weiteren Weinanbauflächen genehmigt werden. Als Ausgleich winken den Winzern Prämien für die Stilllegung ihrer Weinberge.

Die Rechnung der EU-Kommission klingt einfach: wenig Weinanbau, kein Überschuss und so würde auch die jährliche Destillation der überschüssigen Weinseen in Industriealkohol wegfallen, die der Europäischen Union jährlich 500 Millionen Euro kosten, was fast 40 %  des Budgets ausmacht.

Doch die EU-Rechnung geht nicht auf. Nicht umsonst ist die EU noch der grösste Weinproduzent der Welt mit seinen traditionellen und einzigartigen Vielfalt an Qualitätsweinen. In den EU-Ländern regt sich enormer Widerstand.

Denn es geht auch um eine alte traditionsreiche europäische Weinkultur. Bedroht sind auch zahlreiche Familienbetriebe und viele Arbeitsplätze wie beispielsweise in Italien und Portugal, die die personalintensivsten Länder im Weinbau sind.

So sorgt sich Portugal zusätzlich, das die Weinreform die bereits zunehmende Landflucht noch fördert und grosse Weinregionen wie der Douro oder das Alentejo verdorren könnten. 

Zweiter Kernpunkt der Weinreform 2008 war das Zuckerungsverbot. Auch das Zuckerungsverbot fand wenig Anklang, obgleich Italien als grösster Süssmosterzeuger  davon profitieren würde und viele Weinregionen nicht betroffen wären.

Es stösst nur auf Unverständnis, da beispielsweise US-Wein trotz Zucker-Beimischungen importiert werden darf.