Qualitätswein aus dem Norden Spaniens
Wenn wir über spanischen Wein reden, dann müssten wir über ca. 60 Weinanbauregionen sprechen, denn so viele zählt das Land auf der iberischen Halbinsel und den dazu gehörigen Inseln.Selbst, nur über spanischen Rotwein zu sprechen, der ca. ¼ der spanischen Weinproduktion ausmacht, würde ein Buch füllen. Von ca. 1000 bekannten Rebsorten werden etwa 600 in Spanien angebaut, Spanien wird in drei Klimazonen eingeteilt, wo die jeweils am Besten geeigneten Rebsorten kultiviert werden.
Angefangen vom roten Tempranillo (Rioja bis zur weissen Palomino (Sherry).
Costers del Segre
Erwähnen sollte man Costers del Segre. Auch wenn es sich eher um ein Weissweinanbaugebiet handelt, wurde hier schon immer traditionell die Tempranillo-Rebe angebaut, in jüngster Zeit auch Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir.
Penedès
Auch wenn Penedès, das hügelige Bergland im Süden von Barcelona, in erster Linie bekannt für den Cava, den bekanntesten, spanischen Schaumwein, ist, sollte ein Wort gesagt werden. Auf den hellen tonhaltigen Kreideböden wachsen auch Carñena-, Garnacha- und Monastrell-Rebstöcke.
Hier begann Ende der 70er Jahre die spanische Weinrevolution. In Penedès wurden als erstes neue Weinbautechniken eingeführt. Von hier kommen auch edle Rotweine aus Cabernet Sauvignon und jüngere Erfolge mit Merlot.
Priorato
Nur neun Dörfer umfasst das kleine Anbaugebiet Priorato im bergigen Hinterland von Tarragona. Hier werden aus der Cariñena einfache, dunkelfarbene und alkoholreiche Rotweine gekeltert.
Während der Weinrevolution haben sich hier Spitzenwinzer niedergelassen, die begannen die traditionelle Garnacha-Rebe wieder anzubauen und auch ein wenig Cabernet Sauvignon. Entstanden sind grossartige, äusserst charaktervolle, langlebige Rotweine, die zu den besten in ganz Spanien gehören.
Rioja
Reden wir von spanischen Rotwein, dann müssen wir natürlich vom Rioja reden. Das Anbaugebiet liegt an den Ufern des Flusses Ebro im Nordosten Spaniens. Tiefrot und würzig sind die Rotweine der Rioja, die in ihren besten Reserva und Gran-Reserva-Qualitäten mehrere Jahrzehnte alt werden und dabei eine unerhörte Feinheit entwickeln können.
Das Gebiet der Rioja besteht aus drei Unterzonen, Rioja Alavesa, Rioja Alta und Rioja Baja. Traditionell besteht der Rioja aus 80 Prozent Tempranillo und kleinen Mengen Garnacha- und Cariñena-Trauben. Durch die unterschiedlichen Klimazonen fallen die Rotweine von hell und filigran bis körperreich und komplex aus.
Navarra
Navarra am Fusse der Pyrenäen zählt heute zu einen der aufstrebenden spanischen Anbaugebiete. Viele Weingüter ersetzen hier die Garnacha-Weinrebe durch die Tempranillo, was zu wohl strukturierten Rotweinen führt, die es auch mit einem Rioja aufnehmen können. Auch Cabernet Sauvignon und Merlot werden mit grossem Erfolg angebaut.
Sommontano
Gehaltvolle, elegante Rotweine kommen aus dem Sommontano, ein Weingebiet an den Südhängen der Pyrenäen gelegen, in der Region Aragón. Die Mischung der traditionellen Monastrell und der Tempranillo mit Merlot und Pinot Noir erregen beträchtliches Aufsehen unter Weinkennern.
Ribera del Duero
Die Weine aus dem Weinanbaugebiet Ribera del Duero werden zunehmend zum Herausforderer des Rioja. In erster Linie wird hier die Tempranillo-Rebe angebaut. Cabernet Sauvignon wird von manchem Weingut zugefügt.
Heraus kommen dunkelfarbene, mächtige Rotweine von grosser Feinheit. Zuletzt sei noch der Toro erwähnt. In einer kleinen Rotwein-Enklave, östlich der Stadt Zamora, wird dieser feurige Wein hergestellt, ganz aus der Tempranillo-Traube.