Was bedeutet zwischen den Jahren?
Kennen Sie den Ausdruck „zwischen den Jahren“ und was bedeutet er eigentlich? Viele alte heidnische Symbole und Traditionen wurden nach Einführung des Christentums mit diesem vermischt.Hören wir den Ausdruck „zwischen den Jahren“ oder auch „Rauhnächte“, dann fehlt uns ein christlicher Bezug – zu Recht!
Bei den so genannten Rauhnächten handelt es sich um eine Tradition aus alter Zeit. Sie wurden von den Völkern Mitteleuropas und vor allem im Norden gefeiert.
Denn dort war der Winter kälter und scheinbar länger als in den mediterranen Regionen rund um das Mittelmeer.
Wintersonnenwende und Christentum
Die Wintersonnenwende war z. B. für Völker wie Kelten und Germanen ein Zeichen der Hoffnung. Der kürzeste Tag des Jahres war erreicht. Nun wurden die Tage wieder länger. Die Hoffnung wuchs, den Winter gut zu überstehen.
Das Christentum wählte den Tag der Wintersonnenwende für das Weihnachtsfest. Denn für beide Festtage steht das Symbol des Lichtes. Für die alten Völker war es der nahende Frühling, für das Christentum war es Gottes Sohn, der als Licht für die Welt gilt.
Das Julfest
Bei den Germanen wurde die Wintersonnwende als Julfest gefeiert. Dabei handelte es sich aber nicht um einen genauen Tag sondern um einen Zeitraum von 11 Tagen und 12 Nächten, die wir heute als Rauhnächte kennen.
Wie wurden die Rauhnächte berechnet?
Die Germanen berechneten das Sonnenjahr wie auch das Mondjahr. Dabei ergibt sich jedoch eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten. Mondphasen und Sonnenjahr stimmen nicht überein.
Das Sonnenjahr ist kürzer als die Mondphasen. So wurde zur Wintersonnwende die Vollendung des Sonnenjahres gefeiert. Im Anschluss folgten die Tage und Nächte zwischen den Jahren, bis das neue Jahr gefeiert werden konnte.
Die Bedeutung der Rauhnächte
Die Rauhnächte galten als eine magische Zeit. In diesen Tagen wurde die Zukunft gedeutet. Vor allem die Träume, die in den Rauhnächten geträumt wurden, waren wichtige Wegweiser.
Die Asche des Julfeuers, dass während der Rauhnächte als einziges Feuer angezündet blieb, galt als Glücksbringer.
Das Feuer der Rauhnächte hatte auch eine reinigende Wirkung und vertrieb böse Geister, so dass man mit Zuversicht das neue Jahr beginnen konnte.