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Wackelt die Weinmarktreform 2008?

Wenig erfolgreich war der Vorstoss der EU-Kommission zur Reform des Weinmarktes im nächsten Jahr. Wenn auch die Rechnung einfach erscheint, vergisst man den Rattenschwanz zu betrachten, der dieser scheinbar einfachen Rechnung folgt. Die EU-Kommission schlug Anfang Oktober vor, dass europaweite 200.000 Hektar Weinanbauflächen gerodet werden sollen. Nach dem Motto, „Wo keine Traube wächst, kann auch kein Wein produziert werden“, soll der Weinflut Einhalt geboten werden. Wenn auch den Winzern Prämien für die Stilllegung winken, so hängen doch an den europäischen Weinbergen nicht nur Trauben. Gemeint ist die lange und vielfältige Tradition des Weinbaus in Europa. Beinahe jede euroäische Land hat Weinkultur und blicken wir auf Frankreich, Italien, Spanien und Portugal, Europas grösste Weinproduzenten, dann ist das ein Teil Ihrer Tradition. Auch sind viele Arbeitsplätze in diesen Ländern mit dem Weinanbau verbunden und viele Familienbetriebe leben davon. Die Frage ist, ob die Prämien, die die Winzer für die Stilllegung erhalten dies aufwiegt. Denn alleine für Portugal sind beispielsweise 280 Millionen Euro vorgesehen. Dabei handelt es sich um gewaltige Summen, selbst wenn die Europäische Union jährlich 500 Millionen Euro für die Destillation des zuviel produzierten Wein in Vernichtungsmassnahmen stecken muss. Auch das zweite Kernstück der Reform wurde wenig begeistert aufgenommen. Es geht um das Zuckerungsverbot der europäischen Weine. Die EU-Kommission möchte, dass in Zukunft nur noch Traubenmost als Süssungsmittel verwendet werden darf. Selbst Italien, Europas grösster Süssmosterzeuger, der davon profitieren würde, war wenig davon angetan. EU-Experten halten die Reform für sehr wackelig und vermuten, dass beim Fall des geplanten Zuckerungsverbots auch keine Mehrheit für die Rebstock-Rodungen zustande kommt. Was als Wettbewerbshilfe gegen die ständig wachsende Wein-Konkurrenz aus Übersee, wie den USA, Australien und Südafrika, tituliert wurde, steht also wackelig, da auch durch die Reform viele Weinbauern ihre Existenz und ihre Tradition bedroht sehen.